Kiel, von bösartigen Mündern auch
als Parkplatz von Hamburg bezeichnet,
hat erst auf den zweiten Blick viel
zu bieten. Die Landeshauptstadt ist
überwiegend durch Nachkriegsarchitektur
geprägt. Inszenierter Höhepunkt des
alltäglich eher entspannten Stadtflairs:
die Kieler Woche. Immer mehr expandiert
das ursprüngliche Seglerfest (Schauplatz:
Olympiazentrum Schilksee) zu einer
ausufernden Unterhaltungs-Parade.
Doch wer abseits sucht, findet immer
noch seine Nische im Mainstream. Aktuelles
Datum: 22.-30.06.02. Ebenso interessant
für Seefeste: Erst kürzlich fand hier
das Finale der "Volvo Ocean Round
the World Race" statt. Zudem hat sich
die wassersportliche Kleinmetropole
um die Olympischen Segelwettbewerbe
2012 beworben.
Gut zu Fuß: Ausgehend vom Kieler
Schloss (Innenstadt) und einem Besuch
in der Kunsthalle lohnt es sich, die
Uferpromenade entlang der Kiellinie
und dem Hindenburgufer in Richtung
Tirpitz Hafen zu flanieren. Für Unterbrechungen
befinden sich dort ausreichend Lokalitäten.
Nachtleben Kiel: Luna Club,
Schaubude, Pumpe, Bar Central, Club
86 (Werners Geburtsstätte) Weitere
Möglichkeiten: Kanufahren auf der
Schlei, Segelkurse Beachtenswert:
die alte Eiderbrücke, Nord-Ostsee-Kanal.
Rund um Kiel: Strandleben
Durch die Kieler Förde teilt sich
Kiel in einen westlichen (Innenstadt)
und einem östlichen Stadtteil (mit
Howald Werft AG). Zu beiden Seiten
ziehen sich abwechslungsreiche Sandlandschaften
längs.
Der Westen: kieltypisch und Surfers Paradise
Im Westen über die B 503 kurz die Holtenauer
Hochbrücke überqueren, schon ist man nahe
dran: Kieler Strandszenen - durchmischt
am Falkensteiner Strand mit abendlichem
Grillen. Hier hat die Ostsee noch Binnenseecharakter.
Übrigens: Am kostenlosen Hauptstrand besteht
Hundeverbot.
Ein wenig gehobener gibt sich Strande -
mit Kurtaxe, Strandkörben, Flaniermeile
und Fischimbissen. Voll auf der Ostseewelle:
Wer dort dem Strandweg in Richtung Bülker
Leuchtturm folgt, begegnet noch "wahren"
Surfern.
Einsam gelegene, kostenlose Strände entlang
der B 503: Stohl, Surendorf und Krusendorf
mit Steilküste und unbegrenztem Ostseeblick.
Außerdem: Noer mit Ruhe nah beim Campingplatz.
Ausflugtipps: Von Kiel auf die B
76 über Gettorf bis nach Eckernförde mit
weitläufigem Kleinstadtstrand. Von dort
aus weiter über die B 203 bis zur Abfahrt
Damp. Das bekannte Ostseebad beherbergt
zugleich einen neu eröffneten Ferienpark
mit diversen Freizeitanlagen, ein subtropisches
Badeparadies und eine Saunalandschaft. Außerdem:
Trotz Touristenrummel ist der 3 km lange
Sandstrand immer noch kurtaxenfrei.
Sportlich bewegen oder bummeln gehen
Wer genügend maritime Auszeit hatte, sollte
sich die Umgebung anschauen: nordisch-üppige
Natur, historische Städte.
Empfehlenswert der Abstecher nach Kappeln,
Panorama des "Landarztes". Die malerische
Hafenstadt in der Schleiregion ist zugleich
Drehort der bekannten Fernsehserie. Ein
Muss auf der Speisekarte: Hering.
"Moin, moin" und man duzt sich: Flensburg
ist besonders. Außerdem die nördlichste
Stadt Deutschlands. Die hügelige Kaufmanns-
und Hafenstadt an der Flensburger Förde
lädt zum Einkaufen außerhalb der Stange
und auf einen Kurztrip nach Dänemark ein.
Achtung: Pass benötigt.